Elektroauto laden | Ladeinfrastruktur bremst Elektromobilität


#1

Elektroautobesitzer kennen das Gefühl, wie auf Wolken durch den Stadtverkehr zu schweben: leise, flott und sauber. Spätestens der Versuch, neuen Strom in den leeren Akku zu bekommen, lässt den Traum von der perfekten Elektromobilität allerdings wie eine Seifenblase zerplatzen. Lange Ladezeiten, kein Überblick über die Steckerarten und umständliche Bezahlsysteme wirken eher ernüchternd. Probleme, Lösungen und die Zukunftspläne der Industrie im Überblick.


Dies ist ein Begleitthema zum ursprünglichen Beitrag unter https://www.homeandsmart.de/elektroauto-laden-ladeinfrastruktur-elektromobilitaet

#2

Klasse Beitrag. Trifft genau die Bedenken, die mich dazu bringen, aktuell noch kein E-Auto zu kaufen. Mir ist nicht klar wie sowas passieren kann. Es gibt das klar formulierte Ziel, die Anzahl der Zulassungen von E-Autos zu steigern. Warum sorgt die Politik dann nicht für die geeigneten Rahmenbedingungen?


#3

Hallo Hamburgerstyle,

die Politik tut schon was. So gibt es zum Beispiel den “Umweltbonus”, sprich bis zu 2.000 Euro Förderung für ein von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug und für ein von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug bis zu 1.500 Euro. Insgesamt stellt das Bundesverkehrsministerium für Projekte der batterieelektrischen Elektromobilität bis 2019 jährlich rund 30 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen indirekt noch die Subventionen (Ökostrom-Umlage) für die Erzeugung von Ökostrom. Denn ohne Ökostrom wäre der Auspuff des E-Auto nur der Schornstein vom Kohlekraftwerke, das den Strom für das E-Auto produziert. Diese Subventionen werden letztendlich von allen Haushalten bezahlt, auch von denen, die gar kein Auto haben.

Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach viel mehr die Industrie, die es bislang noch nicht schafft, entsprechende Angebote an Fahrzeugen zu machen, die zum Beispiel Berufspendler überzeugen würden, auf ein Elektroauto umzusteigen. Der Markt regelt sich über Angebot und Nachfrage. Der Ruf nach dem Staat hilft also nicht viel weiter. Das würde letztendlich immer auf Subvention oder Verbote hinauslaufen.

Wie schwer sich der Gesetzgeber z. B. mit staatlichen Regulierungen (Verboten) tut, sieht man am “Dieselfahrverbot”. Sollte es kommen, erleiden da viele einen Wertverlust - und das schlägt sich dann mit Sicherheit auf dem Wahlzettel nieder. Ein angenommener staatlicher Zwang, dass die Automobilindustrie eine Quote an E-Autos produzieren müsste, würde ebenfalls ins Leere laufen, bzw. vermutlich dazu führen, dass die Betriebe ihren Sitz einfach ins Ausland verlegen. Es wäre auch unsinnig, Produkte zu produzieren, für die es noch keine Nachfrage gibt.

Es funktioniert also nur im Verbund von:

  • Umweltbewusstsein (Bürger & Industrie)
  • Technologie (E-Auto Reichweite, E-Ladetechnik)
  • Energieerzeugung (Ökostromanteil am Energiemix für E-Mobilität)

All das passiert ja schon, es dauert halt ein wenig.